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Erster Herbststurm im Elbtal
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Zum vierten Spieltag der Sachsenklasse war die Mannschaft von Trainer Stefan Thormeyer am 12.11.2011 zu Gast beim Post SV Dresden.
Nach den ersten Punkten in der noch jungen Saison wollten die Mannen der 3. VC-Mannschaft ihren Aufwärtstrend bestätigen und sich in der Tabelle weiter nach oben arbeiten. Jeder Spieler der jungen Mannschaft wollte in den vorangegangen Trainingseinheiten auf sich aufmerksam machen und aktiv an der positiven Entwicklung teilnehmen. Qualität in den einzelnen Elementen war oberste Priorität. „Volleyballspielen können in der Liga die meisten. So entscheiden individuelle Klasse, harmonisches Mannschaftsgefüge und Disziplin in allen Elementen über Erfolg und Misserfolg“ rief Trainer Thormeyer jedem Spieler die Prämissen in den Trainingseinheiten ins Bewusstsein.
Entsprechend begann der Spieltag mit einer taktischen Vorbereitung durch den heutigen Trainer Karsten Blume (Stefan Thormeyer war mit der Bundesliga-Mannschaft auf Deutschland-Tour). Ob der professionellen Analyse des vorangegangenen Spiels Post SV Dresden / SV Viktoria Räckelwitz zeigte sich der eine oder andere Spieler positiv beeindruckt: klingt es doch, als müsste man nur das im Training erlernte mit den taktischen Anweisungen vermischen um am Ende zwei weiter Punkte mehr auf der Habenseite verbuchen zu können.
Hoch motiviert gingen die Blume-Jungs in den ersten Satz: hatte doch Räckelwitz – die man vor zwei Wochen zu null nach Hause geschickt hatte – den Postlern erst im Tiebreak das Feld überlassen müssen. Die gute Stimmung in der ordentlich gefüllten Halle tat ihr übriges. Die Startformation um Zobel, Feldmann, Werdin, Woitas, Heinze, Mitbauer und Libero Ehrenberg schickte sich an, um den Schwung mit in den ersten Satz zu nehmen.
Nach erstem Hin und Her war dem Satz eine erste Tendenz ab zu gewinnen: über die Stationen 4:7 und 11:15 zeigte sich, dass eine gute Vorbereitung nur die halbe Miete ist. Will man den ständigen Rückstand im Satz bis zum Ende egalisieren, so muss nun jeder eine Schibbe drauf tun. Zu Beginn des Satzes stellte sich über weite Strecken beim Großteil der Mannschaft noch nicht die in den letzten Wochen gewonnene Sicherheit ein. Einfache Fehler in Annahme und Angriff und die fehlende letzte Konsequenz in Block und Abwehr ließen die VC-Jungs ins ständige Hintertreffen geraden. Der gut aufgestellte Angriffsriegel der Postler punktete nach Belieben durch sein vermeintlich einfaches Spiel über die Außenposition. Beim Stand von 17:20 schien man sich und endlich auch ein Mittel gefunden zu haben. Erstmals verringerte sich der Punkteabstand zum Gegner und die Ballwechsel wurden zusehends attraktiver und wurden nicht mehr von Flüchtigkeitsfehlern entschieden. Erste Erfolge im Block stellten sich ein. Jedoch ließen die Männer vom Post SV nicht nach. Hat man doch zu klar bislang den Satz bestimmt. Somit endete der erste Satz mit 19:25.
Erste Wolken machten sich breit. War man doch aus Spielersicht etwas überrascht ob der scheinbar stumpfen Waffen. Die ganz großen Schnitzer blieben aus und fühlte man sich doch gut gerüstet. Trainer Blume rief die eingangs besprochene Taktik nochmals ins Bewusstsein: welcher Gegenspieler ist wie zu blocken, wer hat welche Schwäche bei Annahme… Auch die Konzentration während der Standards müsse gesteigert werden: Qualität in Aufschlag und Annahme müsse gesteigert werden.
Auf in Satz zwei. Frischen Mutes schickte man sich an, den nächsten Satz auf dem eigenen Konto verbuchen zu können. Doch mit einem Fehlaufschlag zum 0:1 und einem kontinuierlich wachsenden Rückstand (7:10; 8:15) nahm der Satz denselben Lauf wie der vergangene. Zuvor wurde das erste Mal gewechselt. Sperlich kam für Feldmann um der Außenposition den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Leider war diese nicht, wie in den letzten Wochen im Aufwind begriffen. Für sehenswerte Punkte sorgten zu diesem Zeitpunkt die Mitten. Von Zobel in Startposition manövriert versenkte vor allem Werdin in regelmäßigen Abständen die eine oder andere Granate im gegnerischen Feld. Beide verinnerlichten wohl mehr und mehr den Hinweis des Trainers, dass ein Erfolg über den dankbaren gegnerischen Mittelblock führen wird. Um seiner Taktik Nachdruck zu verleihen schickte er beim zwischenzeitlichen 11:19 Köbsch in den Sturm um seine Feuertaufe auf der ungewohnten Mittelposition zu bestehen. Doch leider spülte der Regen die letzte Hoffnung davon. Beim 18:25 pfiff der Schiedsrichter zur Pause. Der VCD III spielte bis dahin leider unter seinen Möglichkeiten und ließ dem Post SV mit einfachen wie erfolgreichem Spiel gewähren.
War man zu diesem Zeitpunkt bereits geschlagen und ergab sich dem Schauer? Trainer Blume stand er Sinn nicht nach aufgeben. Ruhig und motivierend sprach er auf seine Schützlinge ein. Ärmel hoch und auf in Satz drei. Alle Informationen noch mal aufgefrischt und siehe da, die Sonne blickte ein wenig hinter den grauen Wolken vor. Begannen doch die VC-Schützlinge mit neuem Schwung und gesteigerter Freude den dritten Satz. Eine alte Volleyballer-Weisheit sagt ja: „Wer den dritten Satz gewinnt, gewinnt das Spiel.“ Auf der Libero- und Außen-Position begannen nun Bräuer bzw. Feldmann und stabilisierten den K1 zusehends. Beim Passieren von 5:3; 12:11 zeigte sich der VC voller Angriffslust in bekannter Form. 17:17; 21:21 und 26:24 waren die weiteren Stationen.
In der Satzpause ermunterte Trainer Blume seine Schützlinge zum Nachlegen. Will man hier gewinnen muss kontinuierlich dafür gearbeitet werden. Steht doch mit dem Post Sv eine eingespielte Mannschaft, die um jeden Ball kämpft auf der anderen Seite.
Gesagt getan. Mit der Sonne im Rücken und den mitgereisten Fans im Ohr marschierte man durch den vierten Satz. Vom Post SV kam nicht mehr all zu viel. Gelegentliche Punkte markierten sie durch Unachtsamkeit seitens des VC. Schlimm genug. Sind doch verschenkte Punkte umso ärgerlicher. Über die Etappen 9:6; 15:9; 22:15 und 25:24 kam man zum verdienten und niemals gefährdeten zweiten Satzerfolg.
Auf in den Tie-Break. Eine Premiere diese Saison.
Reicht der Sonnenwind aus, um die beflügelten VC-Jungs auf der Siegeswelle nach Hause zu tragen? Die Zeichen stehen gut. Bis zum 1:5. Die zwischenzeitliche Dominanz ist abhanden gekommen. Viel schlimmer: man hat sie her gegeben. Die Präzision in Zuspiel und Angriff sind abhanden gekommen. Viermal in Folge blieb man im gegnerischen Block stecken. Alle durften noch mal und siehe da: ist doch nicht zu schwer. Über 5:5; 5:6 und 7:8 ging es auf die andere Seite. Alles ist noch drin.
Bis zum Blackout des Gesamtsystems. Ist doch irgendwo unbemerkt Wasser eingedrungen? Das Räderwerk schien doch nun schon eine Weile trocken zu laufen. 7:11; 7:12, 7:14. Oh lieber Herr. Die Schleuse scheint nun doch noch zu brechen.
In Dresden ist man doch auch in der ungemütlichen Jahreszeit aktiv. Hat bislang jedem Wetter getrotzt.
8:14; 9:14; 10:14… Was ist los? Der VC scheint seine Segel nun voll in den Wind gestellt zu haben. Nutzt die stürmische Atmosphäre des heutigen Tages für sich. Setzt alles auf eine Karte und spielt wie im Satz zuvor auf wie entfesselt auf. Aufschlag – Punkt. Block – Punkt. Abwehr, Zuspiel, Angriff – Punkt. So oder so ähnlich, sah es aus, warf man beide verwunderten Augen aufs Spielfeld. Sieht man doch im entscheidenden Satz den vorherigen Spielverlauf in komprimierter Variante.
11:14; 12:14. Der VC lässt nicht locker. 13:14. Post gelingt nichts mehr. Auch der letzte in der Halle wittert nun die Sensation. Aufschlag: VC, Annahme: Post. Der Ball segelt Richtung Netzkante Position vier. Zuspiel, Abwehr, Angriff alles in einem seitens Post. Patsch macht es und nun liegt er da. Der Ball. Wie von einem Kind in die Pfütze geworfen. Leider auf der falschen Seite. Leider. 13:15. Was soll man dazu sagen?
Den Karren, den man selber in den Graben gefahren hat wieder raus geholt. Zu keiner Zeit aufgegeben. Immer versucht den Nachteil in einen Vorteil umzumünzen. Aus einem einseitigen Spiel tolle Werbung für den VC-Nachwuchs gemacht. Jeder ist für einen anderen in die Fluten gesprungen, hat so zu einer tollen Mannschaftsleistung beigetragen. Weiter so Jungs. Beim nächsten geht’s von vorne los.
Vielen Dank an Karsten Blume für die tolle Unterstützung.
Florian Woitas







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