Platz 3 für die Enervigo Volleys

2. Bundesliga, Allgemein | 19.04.2026

Die letzte Chance war greifbar – und doch entglitt sie am Samstagabend in der Ernestiner Sporthalle in Gotha. Im entscheidenden Playoff-Halbfinale mussten sich die Enervigo Volleys Dresden den Blue Volleys Gotha mit 0:3 (21:25, 15:25, 13:25) geschlagen geben. Während Gotha damit verdient ins Finale der 2. Bundesliga Männer einzieht und nun gegen den FC Schüttorf 09 um den erstmals vergebenen Meistertitel kämpft, endet für Dresden eine lange, intensive und vor allem überragende Saison auf einem sensationellen dritten Platz im gesamtdeutschen Vergleich der 2. Bundesliga.

Dabei begann die Partie genau so, wie man es von zwei absoluten Topteams erwarten durfte: hochklassig, leidenschaftlich und völlig auf Augenhöhe. Im ersten Satz und bis zur Mitte des zweiten Durchgangs lieferten sich beide Mannschaften einen packenden Schlagabtausch. Gewaltiger Aufschlagdruck, spektakuläre Abwehraktionen, wuchtige Angriffe über die Mitte und immer wieder starke Blockaktionen – ob im Einer-, Zweier- oder Dreierblock – prägten das Spiel. Lange Rallyes sorgten für Gänsehaut, beide Teams kämpften um jeden einzelnen Punkt, keiner schenkte dem anderen etwas. Es war ein echtes Halbfinale – intensiv, emotional und voller Qualität.

Doch dann kam der Moment, in dem das Spiel kippte. Mitte des zweiten Satzes gelang es Gotha, sich erstmals leicht abzusetzen. Zwei schnelle Auszeiten der Dresdner sollten den Rhythmus brechen – doch die erhoffte Wende blieb aus. Die Energiereserven der Enervigo Volleys, die in den vergangenen Wochen so oft über sich hinausgewachsen waren, reichten an diesem Abend nicht mehr aus, um dem Druck weiter standzuhalten. Gotha hingegen spielte sich in einen regelrechten Rausch. Mit jedem Punkt wuchs das Selbstvertrauen, nahezu jede Aktion gelang. Besonders Außenangreifer Christoph Aßmann, später verdient zum MVP gewählt, setzte immer wieder entscheidende Akzente.

Mit dem Gewinn des zweiten Satzes war die Entscheidung praktisch gefallen – und das war auf beiden Seiten deutlich zu spüren. Während bei den Gastgebern, den Blue Volleys Gotha, großer Jubel über den Finaleinzug ausbrach, war die Enttäuschung auf Dresdner Seite greifbar. Zu groß war der Wille, zu groß die Hoffnung, diesen letzten Schritt noch zu gehen.

Im dritten Satz nutzte Gotha die Gelegenheit, auch jüngeren Spielern Einsatzzeit zu geben – doch selbst das änderte nichts am Spielverlauf. Sie fügten sich nahtlos ein und hielten das Niveau hoch, während die Enervigo Volleys nicht mehr die Kraft fanden, noch einmal entscheidend dagegenzuhalten.

Und dennoch: Was nach dem letzten Punkt geschah, sagt mehr als jedes Ergebnis. Rund 60 mitgereiste Dresdner Fans erhoben sich von ihren Plätzen – und auch die Gothaer Zuschauer zollten Respekt. Standing Ovations für ein Team, das in dieser Saison Außergewöhnliches geleistet hat. Denn ursprünglich war das Ziel „nur“ das Erreichen der Playoffs. Doch die Enervigo Volleys wollten mehr – und sie lieferten mehr! Ein souverän gemeistertes Viertelfinale, ein leidenschaftlicher Kampf im Halbfinale und am Ende Platz 3 in ganz Deutschland: Das ist kein Trost, das ist ein Statement.

Diese Mannschaft hat sich in die Herzen gespielt. Mit Teamgeist, Leidenschaft und unbändigem Einsatz. Sie hat gezeigt, was möglich ist, wenn alles zusammenpasst.

Trainer Peter Hesse bringt es auf den Punkt: Die Saison 2025/26 trägt völlig zurecht den Stempel „überragend“.

Glückwunsch an die Blue Volleys Gotha zum Finaleinzug – und viel Erfolg im Duell mit dem FC Schüttorf 09. Dass nun die beiden Tabellenersten den Meistertitel unter sich ausmachen, unterstreicht die Qualität der Liga.

Für die Enervigo Volleys Dresden aber gilt: Diese Saison wird bleiben. In Erinnerung. In den Köpfen. Und in den Herzen.

In Kürze folgt der große Saisonrückblick – ein letztes Kapitel einer außergewöhnlichen Reise.