Rückblick über eine beeindruckende Saison 2025/26
Nun ist sie also zu Ende – eine lange, intensive und in jeder Hinsicht außergewöhnliche Saison. Am Sonntagnachmittag (03.05.2026) sicherten sich die Blue Volleys Gotha mit einem knappen 3:2-Finalsieg gegen den FC Schüttorf 09 den gesamtdeutschen Meistertitel der 2. Liga. Damit endet aus Dresdner Sicht eine Spielzeit, die, so Trainer Peter Hesse, „völlig zurecht den Stempel überragend“ trägt.
Die Enervigo Volleys Dresden beenden die Saison 2025/26 als sensationeller Dritter im gesamtdeutschen Vergleich der 2. Bundesliga. Ein Ergebnis, das zu Saisonbeginn kaum jemand so vorhergesehen hätte – und das eindrucksvoll unterstreicht, was dieses Team in den vergangenen Monaten geleistet hat.
Schon das formulierte Ziel hatte es in sich: die Playoffs erreichen und damit zu den vier besten Teams der 2. Bundesliga Süd gehören! Dass am Ende weit mehr daraus werden würde, zeichnete sich zunächst nicht ab.
Der Auftakt am 13. September 2025 in Eltmann verlief enttäuschend – eine klare 0:3-Niederlage. Doch bereits im ersten Heimspiel gegen Frankfurt fand die Mannschaft zurück in die Spur und tankte Selbstvertrauen. Es entwickelte sich eine Hinrunde mit Höhen und Rückschlägen: ein knapp verlorenes Auswärtsspiel in Grafing, eine zwischenzeitliche Tabellenführung, aber auch eine deutliche Niederlage in Gotha. Die Mannschaft hatte dort auswärts am 1.11.25 offenbar wirklich einen „schwarzen Tag“ erwischt, Trainer Peter Hesse fasste das Spielergebnis (0:3) treffend zusammen: „Sie waren heute einfach eine Liga besser.“ Dass seine Mannschaft daraus lernte, zeigte sich nur eine Woche später eindrucksvoll in Dresden. Mit „Volleyball vom Feinsten“ besiegten die Enervigo Volleys den damaligen Spitzenreiter Rottenburg klar mit 3:0. Es folgte ein emotionales Sachsenderby in Leipzig, bei dem rund 30 mitgereiste Fans ihr Team lautstark unterstützten und zum verdienten Auswärtssieg trugen.
In der Rückrunde setzte das Team seinen Weg konsequent fort. Ein klarer Sieg gegen Eltmann brachte noch vor Jahreswechsel „Drei Punkte unterm Weihnachtsbaum. Im Januar folgte ein intensives Programm mit vier Spielen: einem deutlichen Sieg gegen Karlsruhe II sowie einem durchwachsenen Doppelspielwochenende am Bodensee. Nach der Niederlage in Mimmenhausen zeigte die Mannschaft starke Moral und sicherte sich mit einem Erfolg gegen die YoungStars Friedrichshafen wichtige Punkte. Zum Monatsende gab es noch eine intensive Partie auf hohem Niveau gegen Gotha, die die Enervigos überraschend mit 3:0 für sich entscheiden konnte. Am 8. Februar reisten die Dresdner nach Rottenburg. „Zwischenzeitlich dominiert – und dann doch dem Spitzenreiter knapp unterlegen“ – so die Überschrift damals auf der Homepage. Aber es gab einen Punkt und zusammen mit einem weiteren Sieg bedeutete das den Tabellenplatz vier. Im direkten Duell gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn (und Konkurrenten um die Playoff-Plätze) Kriftel überzeugte die Enervigos anschließend auf hohem Niveau und kletterte auf Rang drei. Damit rutschten die Dresdner auf Tabellenplatz 3. Am 1. März war es dann soweit: Mit einem 3:1-Erfolg gegen den TSV Grafing machten die Enervigos den Playoff-Einzug vorzeitig perfekt – ein Riesenerfolg! Die letzten drei Spiele brachten zudem weitere sechs Punkte und rundeten eine starke Rückrunde ab.
Playoffs: In den Playoffs wuchs das Team über sich hinaus. Im Viertelfinale setzten sich die Dresdner überraschend gegen den TuS Mondorf durch und zogen ins Halbfinale ein. Dort wartete mit Gotha erneut ein bestens bekannter und mächtiger Gegner. Trotz einer 1:3-Niederlage im Heimspiel wurde der Abend im ausverkauften Volleydome Bürgerwiese zu einem echten Volleyballfest. Die Fans feierten ihre Mannschaft für eine Saison, die längst mehr war als nur sportlicher Erfolg.
Auch im Rückspiel in Gotha zeigte das Team trotz Niederlage Charakter – unterstützt von rund 60 mitgereisten Anhängern, die einmal mehr bewiesen, welchen Rückhalt die Mannschaft genießt.
Das Team hinter dem Team
Erfolg im Sport ist selten das Werk Einzelner – und bei den Enervigo Volleys gilt das mehr denn je. Trainer Peter Hesse lobte in Auswertung des letzten Heimspieles nicht nur seine Mannschaft („haben Highlights gesetzt … Ziele übertroffen …tolle Außenwirkung erreicht“), sondern er richtete seinen besonderen Dank an „alle, alle, alle, die im Hintergrund rings um das Team Arbeit leisten und damit zeigen, was im ambitionierten Amateursport möglich ist.“ Ob Trainerteam, Physios, Teammanagement, Vorstand oder Sponsoren – sie alle tragen ihren Teil bei. Hinzu kommen die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, ohne die ein Spielbetrieb in dieser Form nicht möglich wäre: vom Hallenaufbau – Dank an die VCD 13 (3)- über Streaming und Technik, Kamera, Animation und Werbung, vom Kampfgericht bis zu den Balljungen, dem Catering, vom Einlass bis zu den Trommlern auf den Rängen. Besonders bemerkenswert: Zu Saisonbeginn wurde ein eigener Arbeitskreis zur Unterstützung der Heimspielorganisation ins Leben gerufen. Anfangs noch klein, wuchs er dann doch an – nicht zuletzt durch das Engagement von Eltern der Ballkinder. Die Heimspiele gewannen dadurch sichtbar an Qualität und Atmosphäre, wurden zu echten Events, die weit über den Sport hinausstrahlten. Die Playoffs setzten diesem Engagement die Krone auf: selbst gestaltete Banner, organisierte Fanfahrten und eine ausverkaufte Halle beim letzten Heimspiel – all das war Ausdruck dessen, was gemeinsam möglich ist.
Auch der Namenssponsor, die Enervigo GmbH, zieht ein durchweg positives Fazit. Geschäftsführer Grzegorz Palkiewicz brachte seine Begeisterung bereits zum Saisonstart mit den Worten „Mein Herz schlägt für Volleyball“ zum Ausdruck. Rückblickend sagt er heute: „Ich glaube, es gab zu Beginn der Saison nur wenige, die sich einen solchen Saisonabschluss vorgestellt haben.“ Die Mannschaft habe eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial der Volleyballsport in Dresden besitzt. Zugleich habe auch das Unternehmen selbst von der Saison profitiert – durch neue Kontakte, gewachsene Netzwerke und zusätzliche Partnerschaften. Für ihn ein klares Signal: Engagement im Sport lohnt sich – für alle Beteiligten. Sein Ausblick ist entsprechend optimistisch: Die Basis ist gelegt, und die Vision von professionellem Männer-Volleyball in Dresden scheint greifbarer denn je.
















