Klaus Kunert – der ideale Teamplayer

3. Liga | 26.08.2016

Klaus Kunert wurde im Nachwuchszentrum VCO Berlin ausgebildet. Im Jugendbereich gewann er mit seinen Teams des Berliner TSC fünf-DM-Titel. 2006 wurde er in Kroatien Schulweltmeister. 2008 holte VC-Trainer Jan Pretscheck den talentierten Mittelblocker gemeinsam mit Zuspieler Tim Neuber zum VC Dresden in die 2. Bundesliga. Beide wurden zu Leistungsträgern des jungen VC-Teams. Während es Tim nach dem Abschluss seines Studiums berufsbedingt ins Vogtland zog, wurde für Klaus das schöne Elbflorenz zur neuen privaten, beruflichen und sportlichen Heimat. Er spielte in den folgenden Jahren für den VC Dresden in der 1. und 2.Bundesliga, der Dritten Liga Ost und zuletzt im Regionalliga-Team. Klaus Kunert ist ein echter Teamplayer, der sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt. Einen solchen Typ wünscht sich jeder Trainer in seiner Mannschaft. So war es nicht verwunderlich, dass Sportdirektor Sven Dörendahl den 27-jährigen  erfahrenen Mittelblocker für das neue Zweitliga-Team des VC Dresden gewinnen wollte.
Klaus Kunert beantwortete uns die folgenden Fragen:

Was sagst Du zur vergangenen erfolgreichen Regionalliga-Saison?
Es ist glücklicherweise noch rechtzeitig das eingetreten, womit ich, aber auch Niklas (Trainer Niklas Peisl, die Red.) von Anfang an gerechnet habe. Da das Team vor allem aus Regionalliga-unerfahrenen Spielern und der eigenen Jugend bestand, war der Start entsprechend holprig und über weite Strecken zu Beginn der Saison wenig  konstant. Dass sich alle Spieler aber an das Niveau anpassen werden, haben wir aber erwartet. Es hätte allerdings gerne früher einsetzen können. Das hätte uns viele Diskussionen und Überlegungen erspart. Letztendlich bin ich aber sehr zufrieden mit dem gesamten Team. Jeder Spieler hat sich in dieser Saison sehr gut entwickelt.

Hattest Du mit dieser guten Platzierung gerechnet?
Nein, vor allem nicht nach diesem Start. Ich glaube damit hat niemand gerechnet. Wir haben ja in der Endphase der Saison sogar noch um die Meisterschaft gespielt. Das war schon eine tolle Aufholjagd.

Worin lagen Eure Vorteile gegenüber den Kontrahenten?
Da kam der Vorteil von gut ausgebildeten Jugendspielern zum Tragen: Das Entwicklungspotential ist höher und wird schneller erreicht. Nicht, dass wir am Ende eine „Übermannschaft“ hatten. Es gibt noch genug zu tun. Es war aber Mitte der Saison gut zu sehen, wie schnell sich einige Spieler entwickelt hatten. Wir hatten natürlich auch mehr Training als andere Mannschaften. Weiterhin schweißt eine Siegesserie natürlich mehr zusammen als wenn man nur verliert. Wenn die Lok dann einmal rollt, wirft sie nichts so schnell aus der Bahn.

Nun geht es für Dich wieder in die 2. Bundesliga. Was erwartest Du von der neuen Saison?
Ich bin absolut gespannt, wie schnell sich die Mannschaft in dieser Saison entwickeln wird. Es ist für viele natürlich ein sehr großer Sprung von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Für mich persönlich ist es interessant, die Perspektive in dieser Liga zu wechseln. Früher wollte ich um die Stammposition kämpfen und mittlerweile – 8 Jahre ist das jetzt schon her – habe ich den Ansporn, die Talente, die der VCD hat, in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Zu Platzierungen möchte ich mich da auch nicht äußern, da ich die Liga mittlerweile nicht mehr wirklich gut kenne.

Wie wirst Du Familie, Beruf und Sport unter einen Hut bringen?
Als Sven mich fragte, ob ich das Team unterstützen könnte, habe ich lange überlegt und das Thema mit meiner Frau besprochen. Wir konnten uns dann einigen, dass wir diese Situation mit einer Trainingseinheit weniger pro Woche meistern können. Damit war Sven auch einverstanden. Meine Prioritäten haben sich natürlich gegenüber früher verändert. Da steht an erster Stelle die Familie. Da mein Beruf mir auch glücklicherweise die Möglichkeit gibt, aufgrund von Gleitzeit ab spätestens 18 Uhr meine Freizeit zu gestalten, war da auch nicht viel Absprache notwendig. Alles in allem erfordert die kommende Saison viel Struktur. Das werden wir aber hin bekommen.

Wie hast Du die volleyballfreie Sommerzeit verbracht?
Da ich mit dem kleinen Sohnemann 4 Monate Elternzeit verbringen konnte, lässt sich diese Zeit mit dem Wort „Familie“ ganz gut beschreiben. Mit 2 kleinen Kindern ist ja auch immer was los.

Das Gespräch führte Rolf Hiecke.